13.6.2016  Groß-Reken/Steinfurt (Münsterland).  – Nach dem Willen der Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken könnte bald aus dem „Präses"-Titel in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) das Amt des „Bischofs" bzw. der „Bischöfin" werden.

Im RekenForumsprach sicheine Mehrheit der rund 100 Delegierten aus 20 Kirchengemeinden sowie kreiskirchlichen Diensten dafür aus, die Bezeichnung des leitenden Theologen/Theologin in der Westfälischen Landeskirche zu ändern.
Außerdem stimmten die Synodalen über die Zusammensetzung der kreiskirchlichen Ausschüsse für die kommenden vier Jahre ab.
Was ein Bischof ist, weiß jeder. Aber was ist eine Präses? Weil das weit weniger bekannt ist, ergriff die Landessynode der Evangelischen Kirche von
Westfalen Ende 2015 die Initiative, die Bezeichnung zu ändern. „Dem Antrag, das oberste Leitungsamt unserer Kirche so eindeutig zu bezeichnen, dass es in der Öffentlichkeit leichter verstanden wird, ist unsere Kreissynode nach einer kontroversen Debatte gefolgt", berichtet Superintendent Joachim Anicker.
Danach solle die westfälische Kirchenordnung so ergänzt werden, dass der oder die Präses für die Dauer der Amtszeit den Titel "„Bischof" oder "„Bischöfin" führt. Einentsprechender Gesetzentwurf wird der Landessynode der EKvW im November zurEntscheidung vorgelegt.

Über 80 Ehrenamtliche engagieren sich in ständigen Ausschüssen der Kreissynode "„Ich freue mich außerordentlich, dass sich so viele Christinnen und Christen für unseren Kirchenkreis engagieren und ihre Fähigkeiten und Gaben aktiv einbringen", freut sich der leitende Theologe des EvangelischenKirchenkreises über den Ausgang der Synodalwahlen bei der über die Zusammensetzung der kreiskirchlichen Ausschüsse für die kommenden vier Jahre abgestimmt wurde.
Die ständigen Ausschüsse der Kreissynode unterstützen und begleiten den Kreissynodalvorstand, das geschäftsführende Gremium des Kirchenkreises,sowie die Fachbereiche in ihrer inhaltlichen Arbeit. Die Bandbreite der Ausschüsse reicht von Finanz- und Strukturfragen über Gremien für Kirchenmusik, Schulfragen, Gottesdienst und geistliches Leben bis zu Mission, Ökumene oder kreiskirchliche Jugendarbeit. Über 80 Haupt- und Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden des Kirchenkreises engagieren sich in den Fachausschüssen.
Einstimmig votierten die Synodalvertreter außerdem für die Einführung eines kirchenkreisweiten Konzepts zum Umgang mit dem Verdacht auf Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. „Die Verantwortung für die Unversehrtheit des Lebens anbefohlener (junger) Menschen sowie der Vertrauensschutz innerhalb der Kirche erfordern verbindliche Standards für einen geklärten Umgang mit diesem sensiblen Thema", heißt es in dem Beschluss.
Das von einer Arbeitsgruppe innerhalb eines Jahres erarbeitete Konzept regelt erstmals verbindlich für alle evangelischen Einrichtungen innerhalb des
Kirchenkreises Verfahrensschritte bei einem Verdacht auf Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung, welches die verbindliche Teilnahme an
Schulungsmaßnahmen für alle Mitarbeitenden einschließt, die insbesondere mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

Einen Zwischenbericht hörten die Synodalvertreter im RekenForum zu dem Vorhaben, die bisher eigenständigen kreiskirchlichen Verwaltungen der Kirchenkreise Münster, Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken zur Zeit an den Standorten Münster, Lengerich und Steinfurt an einem neuen, gemeinsamen Standort zusammen zu führen. Die drei Kirchenkreise im Münsterland bleiben dabei als Körperschaften selbstständig bestehen. „Eine endgültige Entscheidung erwarte ich in allen drei Kirchenkreisen bis zum Jahresende", erklärt Verwaltungsleiterin Angelika Starke. Von dem Zusammengehen der kreiskirchlichen Verwaltungen mit ihren gegenwärtig 65 Mitarbeitenden erhoffen sich die Kirchenkreise Synergieeffekte und Kostenvorteile.