Sieben Autorinnen - "Frauen zwischen Ernst und Witz"

19.05.2017 Groß Reken (bli). Ein Zitat von Francoise Sagan lautet: „Ich glaube, man schreibt immer wieder das gleiche Buch.“ Doch wie unterschiedlich die Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren sein können, erlebten die Besucher bei der Lesung „Frauen zwischen Ernst und Witz“ in der katholischen Bücherei St. Heinrich in Groß Reken.

Viele Besucher folgten am vergangenen Donnerstag der Einladung des Vereins „Offenen Autorenkreises Reken“ und der katholischen Bücherei St. Heinrich. Das Büchereiteam hatte mit ihrer Dekoration im Eingangsbereich und auf den Tischen mit roten Decken, Bändern und weißen Blumen ein gemütliches Ambiente geschaffen, in dem sich Leser und Zuhörer sofort wohl fühlten.


Ute Golles, zugehörig zum Leitungsteam der Bücherei, und Timo Koch, 1. Vorsitzender des „Offenen Autorenkreises Reken“, begrüßten mit einer kurzen Ansprache die Gäste. Moderiert wurde die Veranstaltung von Brigitte Vollenberg, Autorin und Mitglied des „offenen Autorenkreises Reken“.
Sechs Autorinnen des Vereins und eine Gastautorin trugen ihre Kurzgeschichten vor.


Die erste Autorin, Nancy Duckheim, nahm die Zuhörer mit in die „Dünenbraut“. Passend zu ihrer Story hatte sie ein Modellschiffchen und eine kleine Flasche Whisky mitgebracht. Während ein verheirateter Mann im Hotelzimmer an der Küste auf seine Liebhaberin, die nicht kam, wartete, ließ er sein Leben mit ihr und mit seiner Ehefrau Revue passieren.
Die zweite Geschichte „Eine mordsmäßige Freundin“ von Barbara Lippe handelte von zwei Freundinnen, die sich gemütlich bei Kaffee und Kuchen darüber unterhalten, wie man jemanden, wenn man Gift in einer Erdbeertorte versteckt, umbringen kann. Dazu gab es als Requisit eine Erdbeertorte, die am Ende der Geschichte eigentlich keiner mehr essen wollte.


Sandra Karin Voltin und ihre Kurzgeschichte „Das violette Blumenbeet“ befasste sich mit einer von ihrem Mann verprügelten Frau. Doch am Ende überdeckte das Problem ein violettes Blumenbeet. Doch bevor es in die Pause ging, hatte Jara Thomas noch ein Gedicht mitgebracht. Passend dazu positionierte sie eine große braune Ledertasche vor sich auf dem Tisch. In „Ich will diese Handtasche“ ist ihre Protagonistin auf der Jagd nach der Handtasche, die sie unbedingt haben musste, aber eine Frau ihr vor der Nase weggeschnappt hatte, mit unerwartetem Ende.


Die Pause nutzten viele, um sich mit den Autorinnen auszutauschen. Eine Auswahl an Knabberzeug und Getränken, stand für die Gäste parat.


Danach folgte die Gastautorin Claudia Wiemer und ihrer Kurzgeschichte „Das Kleid“. Dazu präsentierte die Autorin ein Glas mit roten Kirschen, bezogen auf das mit roten Kirschen gemusterte Kleid. Die Geschichte handelte von einem jungen Mädchen, für die das Kleid eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielte, und mit einem makaberen Ende ihren Abschluss fand.


Brigitte Vollenberg präsentierte den Gästen „Die Sprossen der Karriereleiter“ mit den dazu passenden, knallroten Highheels. Bei einer Miss-Wahl lagen Erfolg und Neid nah beieinander. Doch ein schicksalhaftes Ereignis sorgte für eine überraschende Wendung.


Das jüngste Mitglied des Autorenkreises, Annemarie Engenhorst begeisterte die Zuhörer mit dem Prolog zu „Peter und der Wolf“, eine Geschichte, die nicht in Verbindung mit dem bekannten Märchen steht. Zwei noch junge Männer, mit gegensätzlichen Charakteren treffen in einem Zugabteil aufeinander. Sie begegnen sich zu Beginn auf der einen Seite mit Mistgunst und Ablehnung und auf der anderen Seite mit Offenheit. Doch schlussendlich ändert sich alles.
Alle sieben Kurzgeschichten honorierten die Zuhörer mit reichlich Applaus.
Die katholische Bücherei St. Heinrich und der „Offene Autorenkreis Reken“ planen, zukünftig weitere Lesungen in den Räumen neben dem Vereins- und Bildungszentrum in Groß Reken anzubieten. Genaue Termine werden noch bekanntgegeben.