Von Gaby Eggert
5.10.2015 Reken  „Abschied ist ein scharfes Schwert, das oft so tief ins Herz Dir fährt," heißt es in einem Songtext. Nun - für Bürgermeister Heiner Seier war der Festakt am Samstag auch wohl so etwas wie ein scharfes Schwert. „Jetzt folgt die schwerste Rede meiner gesamten Amtszeit, das könnt Ihr mir glauben", begann er seine Ansprache.


Nach 19 Jahren Dienstzeit wurde Heiner Seier in den Ruhestand verabschiedet. Obwohl- ein bisschen bleibt er noch auch wenn sein Büro bereits ausgeräumt und renoviert wird.
Für das Gemeindefest haben Silke und Hermann Schneermann, gemeinsam mit Klaus Schwerhoff keine Mühen gescheut, den Platz in einen gemütlichen Biergarten zu verwandeln. Mit cremefarbenen Lacktischdecken, sowie Blumendeko und Kerzen, wurden die Bierzeltgarnituren festlich aufgepeppt. Am Abend schien ein romantisches Licht aus den Lichterketten die in den Bäumen hingen. Mehrere Bierstände und zwei Zelte mit Speisenausgaben schlossen den Rathausplatz nach außen ab, so dass für die geschätzten 1000 Gäste ein gemütliches „Rund" entstand. Auch an die Kinder war gedacht. Sie konnten in und an einem Zelt geschminkt werden und malen. Auch eine Hüpfburg stand den Steppkes zur Verfügung.


















Schön war es. Das sagte auch der Raesfelder Bürgermeister Andreas Grotendorst am Sonntagmorgen „Das war mal ein richtig tolles Fest," meinte er, der extra mit dem (Elektro)Fahrrad nach Reken gefahren war.
Eingeleitet und musikalisch untermalt wurde der offizielle Teil der Veranstaltung durch die Blaskapelle Reken unter der Leitung von Klaus Wohlfahrt, bevor der Erste Beigeordnete Gottfried Uphoff die Begrüßung vornahm und Sabine Döpel, ehemalige Bürgermeisterin der Rekener Partnerstadt Lenzen/Elbe, eine sehr persönliche Rede zum Thema „25 Jahre gemeinsame Bundesrepublik Deutschland" hielt. „Heiner Seier hat die Partnerschaft zwischen Reken und Lenzen maßgeblich mit vorangetrieben und sich dadurch Verdienste um die Deutsche Einheit erworben," sagte sie und berichtete vor 24 Jahren geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Lenzen und Reken. „Heiner, Du bist ein Mann der Tat wir werden den gemeinsamen Weg auch nach Deiner Pensionierung weiter gehen," versprach sie zum Schluss ihrer Rede.



















Gottfried Uphoff und die erste stellvertretende Bürgermeisterin Brita Weishaupt hielten die Laudation auf den scheidenden ersten Bürger der Gemeinde Reken. In einem Rückblick gaben sie einen Überblick über seine Verdienste zum Wohle der Bürger „Heiner, Du hast dir allergrößte Verdienste um die Entwicklung der Gemeinde erworben und kannst stolz darauf sein, was Du in fast 20 Jahren geleistet hast." Und obwohl er kein Schönredner sei und auch Ungeduld zu seinen „Stärken" gehöre, bilanzierten sie: „Müsste man Dir ein Zeugnis über all das ausstellen, was Du zum Wohle der Bürger umgesetzt hast, bekämst Du durchweg sehr gute Noten, in Sport eine Goldmedaille und in dienstlichen Bewertungen würde ‚stets zu vollster Zufriedenheit' stehen. Auf Platt: „Du bist en düftigen Kerl"
Zwei große Findlinge mit einer Tafel des Gemeindegebietes und einer Darstellung des Rathauses zieren in Zukunft den Seierschen Garten und erinnern so an seine Zeit in der Windmühlengemeinde.



















Mit einem verschmitzten Lächeln begann danach Landrat Dr. Kai Zwicker seine Ansprache. „Zu viel Weihrauch schwärzt den Heiligen, deswegen weiß ich nicht ob ich die Lobeshymnen weiterführen soll," scherzte er und würdigte die konstruktive aber auch kritische Zusammenarbeit in all den Jahren. „Die Noten, die Dir von Brita Weishaupt und Gottfried Uphoff verliehen wurden, stimmen größtenteils. Ob Du in Betragen aber immer eine 1 verdient hast, weiß ich nicht genau." Das in anderen Kommunen oft erwähnte „System Seier" führte er auf Neid von außen auf das erfolgreiche Wirken Seiers zurück. Dem neuen Bürgermeister Manuel Deitert gab er mit auf seinen Weg: "Tritt nicht in seine Fußstapfen, bleib in Deinen und geh einfach nebenher, dann kannst Du nichts verkehrt machen".


















Auf seinen Karriereknick vom Bürgermeister zum Hausmeister und Küchengehilfe freue er sich, so Heiner Seier anschließend. Er bedankte sich bei seiner Frau Birgit, die ihn nur allzu oft entbehren musste und die ein Auge auf das äußere Erscheinungsbild der Gemeinde hatte. „War da ein Blumenbeet nicht in Ordnung, hat sie mich zum Bauhof geschickt", berichtete er und: "Vergangene Zeit kann man nicht nachholen, ich wollte gestern mit meinen Kindern zum Spielplatz das haben sie dankend abgelehnt", vermerkte er in seiner gewohnt humorigen Art. Zehn Minuten lang bedankte er sich bei seinen Weggefährten, Mitarbeitern, bei den mehr als 100 Vereinen in der Gemeinde bei Kindergärten und Schulen für die langjährige Zusammenarbeit. „Ich bin dann mal weg", schloss er seine Rede., der sich ein minutenlanges "standing ovations" der Gäste anschloss.

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Emotional und berührend ging es zu und doch setzte Manuel Deitert noch eins drauf: Mit blutroten Rosen von Mitgliedern aus Politik und Verwaltung die dem scheidenden Bürgermeister überreicht wurden und mit Frank Sinatras Song „I did it my way". Emotional berührt und doch gefasst nahm der den Abschiedsgruß entgegen, die Tränen flossen indessen bei Ehefrau Birgit.

















Viele Vereine und Bürger nutzten die Möglichkeit sich persönlich zu verabschieden. „Eigentlich sollte Pater Mario hier stehen, aber der hat sich verdrückt", sagte der Pfarrverwalter Pater Hubert aus dem Kloster und brachte so an seiner Stelle den Dank der Pfarrgemeinde und im Amt des Superiors des Klosters auch dessen und den Dank des Gymnasiums für die positive Zusammenarbeit zum Ausdruck. Von den Bürgerschützen aller Ortsteile bekam Seier ein überdimensionales Bierglas und eine Einladung mit den Schützen zu einer Brauerbesichtigung zu fahren. Auch Deitert bekam ein Bierglas überreicht, aber nur ein kleines „Das große muss er sich noch verdienen", so Alwin Bocke aus Klein Reken.





















Der Rathausplatz ist sicherlich kein Tanzparkett und doch zeigten sich zahlreiche begeisterte Tänzer vor der Bühne, als die Band „The Cube" die Regie für den weiteren Verlauf des Abends übernahm.

Weitere Fotos:
https://reken-erleben.de/index.php/bilder/ich-bin-dann-mal-weg-fotos-gaby-eggert




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